Mein Arbeitstag als Rezeptionist in einem 5* Hotel

Ein ganz normaler Arbeitstag als Rezeptionist in einem 5* Hotel…

 

 

 

Eingangsbereich

 

 

Wie sieht er denn eigentlich aus, ein Arbeitstag hinter der Rezeption? Als Urlauber nach einem Transfer vom Flughafen wünscht man sich ja eigentlich nur schnell im Hotel anzukommen & schnellstmöglich den Check In hinter sich zu bringen und das Hotelzimmer zu beziehen.

Aber wie ist es eigentlich den ganzen Tag hinter der Rezeption zu stehen? Was für Aufgaben hat man zu erledigen & zu bewältigen? Wie ist es im täglichen Kontakt mit dem Gast zu stehen? Welchen Herausforderungen ist man als Rezeptionist gegenübergestellt? Welche Arbeitszeiten hat man als Rezeptionist? Und wieviel Tage Urlaub hat man eigentlich?

 

all das erkläre ich dir nun!

 

 

Als Rezeptionist arbeite in 3 verschiedenen Schichten:

  • Die Frühschicht von 08:00 – 16:00 Uhr
  • Die Mittagsschicht von 12:00 – 20:00 Uhr
  • Die Spätschicht von 16:00 – 12:00 Uhr

gelegentlich hat man auch mal Schichten von 10:00 – 18:00 Uhr. Alle 4 Monate habe ich dann auch die Nachtschicht für eine Woche lang, die Nachtschicht geht von 12:00 – 08:00 Uhr.

Ganz so schlecht hat es mich also nicht getroffen, über eine fünf Tages Woche mit 40 Stunden und immer 2 freien Tagen, was hier auf Gran Canaria im Tourismussektor längst nicht immer der Fall ist kann ich mich überhaupt nicht beschweren! Im Gegenteil, dies weiss ich sehr zu schätzen.

Als Rezeptionist arbeite ich auch an Feiertagen, sprich Ostern, Weihnachten etc. Dafür habe ich aber 48 Urlaubstage im Jahr, was für mich perfekt ist, da ich gerne Jahr für Jahr verreise.

Wenn ich z.B. die Frühschicht habe, dann schaue ich immer das ich 10-15 Minuten vor Arbeitsbeginn im Back Office an der Rezeption bin. Es wird dann ein kurzes Meeting vom Service Manager gehalten in welchem die ablösende bzw. kommende Schicht über Neuigkeiten informiert wird.

Und dann geht es auch schon los! Draussen an der Rezeption angekommen suche ich mir einen freien Platz am Computer und überprüfe meinen Arbeitsplatz erst einmal. Ist alles da was ich brauche und benötige? Papier im Drucker? Genug Informationsmaterial Über das Hotel für meine Gäste ist vorhanden?

Als nächstes informiere ich mich über den Status des Hotel. Das heisst im folgenden: Ich schaue in meinem PC System nach wieviele An- und Abreisen es heute gibt, wie die Belegung des Hotel ist, wieviel Zimmer sind belegt und wieviele Zimmer habe ich frei? Habe ich heute spezielle Anreisen oder VIP Gäste?

Über all das muss ich mich Tag für Tag informieren. Es ist wichtig Tag für Tag den Status bzw. die Belegung des Hotels zu kennen. Man muss seinen Arbeitsplatz kennen, durch und durch, so wie es eigentlich überall der Fall ist.

Nachdem ich mir alle wichtigen Informationen für den Tag eingeholt habe erledigen wir gemeinsam im Team die nächsten Aufgaben. Apropos Team. Ja als Rezeptionist arbeitet man in einem Team. Natürlich hängt das je nach Hotelgrösse ab, z.B. habe ich auch schon in einem Hotel mit 34 Zimmern im Norden Gran Canarias gearbeitet. Bei einem Hotel mit ca. 20-35 Zimmern arbeitet man eher alleine als im Team.

Aber wiedersagt, in meinem Hotel mit 422 Zimmern arbeitet man im Team, anders ist es garnicht möglich. Es ist eine absolute Teamarbeit in der man sich helfen und auch gegenseitig unterstützen muss. Denn nur wenn wir an der Rezeption und auch mit den anderen Bereichen im Hotel wie z.b. dem Housekeeping kommunizieren und auch zusammenarbeiten, ist eine erfolgreiche Zusammenarbeit im Team gewährleistet.

Gegen 12:00 Uhr am Mittag kommen dann die ersten Anreisen des Tages an. Es folgt dann der Check In.

 

 

Lobby Bereich meines Hotels

 

 

aber wie lÄuft der check in eigentlich ab?

 

 

Bei einem Check In wir der Gast erst einmal mit einem freundlichen ,,Bienvenido´´ willkommen geheissen. Ich biete dem Gast ein Willkommensgetränk an und erkundige mich ob der Gast eine angenehme Anreise zu unserem Hotel hatte.

Und dann wird alles abgeglichen, ob die Reservierungdaten mit den uns vorliegenden Daten übereinstimmen, ich erkundige mich in der Reservierung des Gasts ob es einen speziellen Alarm gibt, oder ob der Gast eine spezielle Anfrage oder einen Wunsch hatte.

Anschliessend pflege ich die Daten der Gäste in das System ein und händige dem Gast die Informationen über das Hotel aus. Je nach dem wieviel Zeit ich bei einem Check In habe, z.B. wenn es im Moment keinen Stress gibt und es die Umstände erlauben, informiere ich den Gast ausführlichst über das Hotel und erkläre alles ganz genau im Detail. Diese Variante bevorzuge ich am meisten, denn so habe ich wirklich Zeit dem Gast einen perfekten Check In zu ermöglichen. Ich habe so die Möglichkeit mich besonders um den Gast zu kümmern und somit gleich von Anfang an eine spezielle Bindung zum Gast aufzubauen.

Da mir der Kontakt mit den Gästen besonders Spass macht, investiere ich wenn ich kann bei einem Check In besonders viel Zeit um somit dem Gast das Gefühl zu vermitteln: Hey, Du bist hier verdammt nochmal herzlich Willkommen und wir freuen uns sehr, dass Sie hier sind, und wir sind für Sie da während Ihres Urlaubes.

Es gibt aber auch die andere Variante eines Check In, in welcher man kaum über Zeit verfügt und wenn man besonders viel Stress hat. Zum Beispiel an Wochenenden, wenn sich vor den Check In Schaltern Schlangen bilden, dann muss der Check In so schnell wie möglich durchgeführt werden. Diese Variante gefällt mir zwar nicht so sehr, aber um die Schlange und den wartenden Gästen einen schnellen Prozess und Weitergang zu ermöglichen, ist es dann von Nöten beim Check In sich auf das minimalste zu beschränken.

Die Anreisen fangen morgens ca. ab 11:00 Uhr an, und die letzten kommen gegen 12:00 – 01:00 Uhr Nachts an.

 

 

 

 

Deckenbeleuchtung in der Lobby

 

 

Was gibt es denn noch so zu tun an der rezeption?

 

 

Neben den An- und Abreisen gibt es noch jede Menge andere Arten von Arbeiten die es zu erledigen gilt.

Viele der Gäste fragen kurz vor der bevorstehen Abreise nach einem Late Check Out nach. Das heisst, ob die Möglichkeit bestehen würde ein bisschen länger im Zimmer zu bleiben. Im meinem Hotel bieten wir dann dem Gast je nach Möglichkeit und Belegung des Hotels einen Late Check Out gebührenfrei bis 18:00 Uhr an.

Dies ist aus meiner Sicht und Erfahrung ein spitzen Service, denn wo bekommt man schon heute noch einen kostenfreien Late Check Out und dann auch noch bis 18:00n Uhr? Ich glaube in den wenigsten Hotels ist dies der Fall.

An der Rezeption arbeite ich auch gleichzeitig als Verkäufer und Reiseleiter in einer Person. Denn viele Gäste erkundigen sich nach Ausflugsmöglichkeiten, Sehenswürdigkeiten oder sich einen Mietwagen zu nehmen. (HIER kommst du zu meinen 10 Gründen, warum Du dir auf Gran Canaria einen Mietwagen nehmen solltest).

An der Rezeption vermitteln & verkaufen wir natürlich auch Ausflüge jeglicher Art, sei es eine Katamaranfahrt, Kamelreiten oder eine Inselrundfahrt.

Viele meiner Gäste fragen mich natürlich auch was ich als Rezeptionist und hier Lebender empfehlen kann. Welche Orte & Ecken der Insel muss man sich angeschaut haben? Wo kann man am Abend ausgehen und ein schönes & leckeres Abendessen im schönem Ambiente geniessen?

Als Rezeptionist bin ich Ansprechpartner, Herbergsmutter, Verkäufer & Reiseleiter zugleich. Und es macht mir Spass für meine Gäste da zu sein und Ihnen zu helfen.

 

 

Und das war es schon?

 

 

Nein, dass war es noch längst nicht. Ich kümmere mich auch um Abreisen und organisiere Transfers für die Gäste zum Flughafen, oder aber fungiere als Mittelmann bzw. als Concierge zwischen dem Restaurant und dem Gast.

Bei mir im Hotel hat der Gast die Möglichkeit den Vorteil eines sogenannten Room Service zu nutzen. Das heisst, vom Zimmer aus tritt ein Gast mit der Rezeption in Verbindung und bestellt etwas zu Trinken oder zu Essen. Meine Aufgabe ist es dann diese Bestellung am Telefon oder aber am PC mittels einer App entgegenzunehmen und dann wieder weiterzuleiten an den Room Service.

Desweiteren hat der Gast die Möglichkeit den im Hotel liegenden Tennis oder Padelplatz zu reservieren.

Reklamationen gehören natürlich auch zur Arbeit eines Rezeptionisten und müssen mit höchster Vorsicht und Behutsamkeit bearbeitet werden. Denn schliesslich bietet eine Reklamation eine grosse Chance und Möglichkeit wieder etwas gut zu machen. Am schlimmsten ist es, wenn ein Gast unzufrieden ist und dies nicht äussert, denn dann hat man keine Chance dem entgegenzuwirken.

Jeder Tag ist anders, und jeder Tag kommen verschiedene und auch einzigartige Gäste.

Ich bin sehr dankbar für meinen Job als Rezeptionist, ich liebe meinen Job und übe ihn mit Herz & Leidenschaft aus, und ich denke das ist auch das Wichtigste. Egal was man auch macht, man sollte mit Herz & Leidenschaft bei der Sache sein, denn erst dann ist man glücklich und auch in der Lage sein ganzes Potenzial auszuschöpfen.

 

Jeden Tag gehe ich glücklich zur Arbeit, und ich denke dies können die Wenigsten von sich behaupten. Es ist ein Privileg für mich hier auf Gran Canaria arbeiten und leben zu dürfen. Und dafür bin ich verdammt noch mal sehr dankbar!

Es ist ganz egal was Du machst, welchen Beruf Du nachgehst, ganz allein wichtig ist das Du damit glücklich und zufrieden bist.

Du zählst, und Du bist wichtig & auch Du hast das Recht dem nachzugehen was Dich HAPPY und GLÜCKLICH macht!

 

 

 

 

 

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